Neumayer Projektmanagement Neumayer Projektmanagement GmbH

Großvolumige Sanierung in zentraler Lage

Einen großen, denkmalgeschützten, durchgehend bewohnten Wiener Gemeindebau der Nachkriegszeit mitten in Wien, umgeben von einer Hauptverkehrsader und einer Straßenbahntrasse, direkt über einer Grundwasserleitung reibungsfrei sanieren und noch eins draufsetzen? Für Neumayer Projektmanagement eine Herausforderung, der wir uns gerne stellen. Mit punktgenauer Planung, einem der größten Mobilkräne Österreichs und – allem voran! – dem partnerschaftlichen Zugang aller Beteiligten.

Wenn man vom „Georg-Emmerling-Hof“ spricht, handelt es sich um einen großen kommunalen Wohnbau an der Oberen Donaustraße 97-99 im 2. Wiener Gemeindebezirk. 2017 wurde Neumayer Projektmanagement mit der umfassenden Sanierung der Anlage beauftragt – konkret mit der Planung und Ausführung, der örtlichen Bauaufsicht, der Projektleitung und dem Projektmanagement.

Der Wiener Gemeindebau wurde in der Nachkriegszeit (1953-1957) aus den Trümmern des zerbombten Schwedenplatzes errichtet und steht heute unter Denkmalschutz. Das Gebäude umfasst acht Stiegen bestehend aus 204 Wohnungen und einer Wohnnutzfläche von ca. 15.000 m². Im Zuge der Sanierung wurde der „Georg Emmerling-Hof“ um einen Dachgeschoßausbau mit neun neuen Wohnungen erweitert – alle sind mit Terrassen und Dachflächenfenster ausgestattet.

Obere Donaustraße 97-99

Baumaterial aus der Nachkriegszeit

Das gesamte Gebäude ist aus Vibrosteinen gemauert, welche nach dem Weltkrieg aus einem Gemisch von Schutt, Ziegelschrot und Zement auf der sogenannten Schwedenplatzpresse hergestellt wurden. Aufgrund der Materialzusammensetzung können sie nur wenig Drucklasten und Scherkräften standhalten. Um entsprechende Stützen schaffen zu können, wurde im Auflagebereich das Mauerwerk mit 260 bar Injektionsharz verpresst. Auf diesen Stützen stehen jetzt Stahlrahmen, Flanschplatten und Zugbänder, welche die kompletten Lasten des Daches aufnehmen und in die Fundamente ableiten.

Vibrosteine - ein Gemisch von Schutt, Ziegelschrot und Zement

Nachhaltigkeit am Bau

Der gesamte Dachstuhl wurde aus einer Stahl-Holzkonstruktion gefertigt. Ein Stahlrahmen, trägt das Gewicht des Daches. Alle weiteren Bestandteile sind aus Holz gefertigt: Hauptpfetten und die Sparrenanlage mit den verschiedenen Wechseln für Dachflächenfenster, welche das nötige Tageslicht in die Wohnungen bringen.

Vorteile der Holzkonstruktion sind die Leichtigkeit des Baustoffes, die Schlankheit des Baukörpers und die Verwendung eines ökologisch nachhaltigen, nachwachsenden Baustoffs.

Sicherheit als oberste Priorität

Das gesamte Gebäude wurde warm eingepackt, die neuen Sparrenfelder wurden mit 32 cm Dämmstoff ausgedämmt, um den Heizwärmebedarf so gering wie möglich zu halten. Im Zuge der Thewosan-Sanierung wurde auch die Gebäudesicherheit erhöht. Dafür wurden Stellen für die Löschwassereinspeisung verbaut und die Türen in Fluchtrichtung geöffnet. Des Weiteren wurden eine neue Gegensprechanlage installiert und alle Stiegenhäuser mit einer Druckbelüftungsanlage ausgestattet. Den BewohnerInnen soll so das höchstmögliche Maß an Sicherheit geboten werden.

Den BewohnerInnen soll das höchstmögliche Maß an Sicherheit geboten werden.

Mit Koordination zum Ziel

Am „Georg-Emmerling-Hof“ mussten tagtäglich unterschiedlichste Gewerke mit der besonderen Herausforderung der umfassenden Sanierung eines über die gesamte Bauzeit bewohnten Gebäudes koordiniert werden. Es galt die MieterInnen im gesamten Prozess so schonend wie möglich zu behandeln und viel Einvernehmen der einzelnen Firmen, der AuftraggeberInnen und der KonsulentInnen herzustellen.

Darüber hinaus befindet sich dieser Wiener Gemeindebau mitten im innerstädtischen Bereich, wo grundsätzlich jede Baustelle eine Herausforderung ist. Dies wurde am Standort direkt gegenüber des Schwedenplatzes durch die Obere Donaustraße, eine Hauptverkehrsader der Stadt, die Umschließung des Gebäudes durch eine Straßenbahntrasse sowie eine Grundwasserleitung, welche sich direkt unter dem Gebäude befindet und wodurch fixe Hebemöglichkeiten nicht eingesetzt werden konnten, noch weiter verstärkt. Jeglicher Einsatz von Baugerät und die Logistik dahinter wie beispielsweise der An- und Abtransport mussten daher punktgenau geplant werden. Eine der zahlreichen Lösungen war der Einsatz eines der größten Mobilkräne Österreichs mit einem 60 Meter langen Ausleger. Über diesen Kran wurden alle Stahl- und Holzbauteile sowie das gesamte Baumaterial in und auf das Gebäude sowie in die Höfe transportiert. Damit die westliche Seite des Gebäudes mit einer Wärmedämmung ausgestattet werden konnte, wurde darüber hinaus eine Straßenbahnhaltestelle verlegt und die Straßenbahntrasse überplattet, um alle Folgegewerke und Arbeiten ausführen zu können.

Um hier die täglichen Herausforderungen reibungslos meistern zu können, waren der partnerschaftliche Zugang der Gewerke, KonsulentInnen, PlanerInnen und der AuftraggeberInnen von größter Bedeutung. Nur die Zusammenarbeit aller PartnerInnen führte zur erfolgreichen Umsetzung des Projektes. Unser Dank geht an die Siedlungsunion und die Stadt Wien – Wiener Wohnen.

Der Partner der’s schafft, immer noch was drauf zu setzen.

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