Neumayer Projektmanagement Neumayer Projektmanagement GmbH

Bmst. Ing. Markus Neumayer im Interview

Markus Neumayer, Baumeister aus Überzeugung und Geschäftsführer der Neumayer Projektmanagement GmbH, in einem Gespräch über Bauen, Partnerschaft und wie man auch außerhalb des Dachgeschoß-Ausbaus immer noch was draufsetzen kann.

Wenn Sie an einem Projekt der ersten Stunde vorbeispazieren – denken Sie sich dann, dass Sie heute manches anders angehen würden?

Ich denke jeder Bautechniker und jeder Planer will mit fortschreitender Erfahrung immer mehr aus seinen Projekten herausholen. Vor allem weil sich ja Bautechnik und Normen auch stetig weiterentwickeln. Persönlich freut mich aber natürlich unsere gigantische Entwicklung als Team. Vor fünf Jahren waren wir stolz darauf, Wohnhäuser mit 20 Wohnungen errichten zu können. Darin sind wir nach wie vor richtig gut – mittlerweile errichten wir aber auch Projekte mit 400 Wohnungen und mehr, ohne Probleme.

Werden mit den Projekten auch die Herausforderungen größer?

Natürlich, aber wir sind überzeugt, dass wir diese Aufgaben gut bewältigen können. Nicht aus einem übertriebenen Selbstbewusstsein heraus, sondern weil man sich auf unsere Kolleginnen und Kollegen einfach verlassen kann. Wir haben bei uns einen sensationellen Mix von jungen Wilden und alten Hasen aus den verschiedensten Disziplinen versammelt – mit insgesamt 250 Jahren an Berufserfahrung. Sie bilden die Speerspitze, führen alle Beteiligten sicher durch das Projekt und sorgen dafür, dass alle an einem Strang ziehen. Denn was man nicht vergessen darf: Bauen ist und bleibt ein Mannschaftssport. Deshalb ist uns gute Partnerschaft auch so wichtig.

Bauen ist und bleibt ein Mannschaftssport.

Was versteht ihr unter Partnerschaft?

Wir müssen von dem Gedanken wegkommen, dass einer allein, sei es der Architekt, der Planer oder die Bauaufsicht, alles weiß und alles kann. Dafür ist heute alles viel zu komplex. Der Schlüssel zum Erfolg ist die partnerschaftliche Zusammenarbeit. Nicht nur innerhalb des Teams, sondern auch mit Gewerken, Konsulenten und allen anderen Projektbeteiligten bis hin zu den Auftraggebern. Das bedeutet auch, dass wir Projektziele und den Weg dorthin mit allen Beteiligten gemeinsam definieren, damit nicht nur einer vorne steht und zieht, sondern alle gemeinsam schieben.

Es geht also auch um Augenhöhe?

Augenhöhe ist ganz wichtig. Sowohl was den persönlichen Umgang als auch was die fachliche Expertise betrifft. Man muss offen und ehrlich miteinander reden können, um wirklich effizient zusammenzuarbeiten. So ein Umfeld entsteht aber nicht von allein. Das setzt ein bewusstes, starkes Projektmanagement voraus, und in dieser Rolle sind wir in der Branche ein echter Vorreiter. Wir wollen durch partnerschaftliche Zusammenarbeit das wirtschaftliche und technische Maximum herausholen – und dafür geben wir oft ein Stück mehr als andere.

Wie kann man sich „ein Stück mehr geben“ vorstellen?

Das zeigt sich in vielen kleinen Dingen. Etwa darin, dass wir Wohnungen vor der Übergabe lieber noch einmal begehen, um sicherzustellen, dass möglichst keine Mängel vorliegen; dass wir die Pläne auch nach der Freigabe noch einmal durchgehen, wenn wir etwas finden, das sich optimieren lässt. Solche Dinge muss man bei uns nicht einfordern, sie liegen in der DNA unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das hat sich auch bei einem Refurbishment-Projekt für die Immofinanz AG am Wienerberg gezeigt. Dort haben wir alle Allgemeinbereiche neu gestaltet – und zwar bei laufendem Betrieb. Wir haben also ein Konzept entwickelt, das sehr viel Wochenend- und Nachtarbeit erforderte. Natürlich wird Nachtarbeit entsprechend vergütet, aber wenn man 30 bis 40 Tischler braucht, um innerhalb von sechs Stunden eine Einrichtung zu erneuern, geht das nur dann in der gewünschten Qualität, wenn man als Projektleiter auch selbst um zwei Uhr früh vor Ort ist. Und das ist es schlussendlich, was unsere Projekte zu dem Erfolg führt, den die Auftraggeber an uns schätzen.

Wir müssen von dem Gedanken wegkommen, dass einer allein alles kann.

Egal wie erfolgreich ein Projekt abläuft, irgendwann kommt immer der Punkt, an dem etwas Unvorhergesehenes passiert. Wie geht ihr mit solchen Situationen um?

Durch gutes Projektmanagement und eine ordentliche Bauvorbereitung lassen sich viele Probleme schon im Vorhinein vermeiden – am Plan kann man nämlich noch alles wegradieren. Vor Ort hilft dann nur noch der Baustellenradiergummi, und der ist bekanntlich die Hilti. Es ist auch ganz entscheidend, dass wir unseren Auftraggebern von Anfang an auf Augenhöhe begegnen und sie realistisch beraten. Wir sind ganz sicher keine Jasager, nur weil es der Auftraggeber haben will. Wenn es dennoch Schwierigkeiten gibt, gibt es nur eines, was man tun kann: eine möglichst effiziente Lösung finden, mit der alle gut leben können.

Apropos Jasager: Bei der Frage, ob ein effizienter Dachgeschoß-Ausbau möglich ist, sagen viele nein. Eure Antwort ist eine andere, nämlich Next Level.

Ganz richtig. Bei jedem Dachgeschoß-Ausbau hat man mit denselben Problemen zu kämpfen – Witterung, Wassereintritte und das mangelhafte Zusammenspiel der Gewerke. Die Lösung für diese Probleme gibt es auf ebener Erde bereits: den modularen Holzbau. Oder, noch ein Schritt weiter: den Raumzellenbau. Das heißt, dass Raummodule werkseitig vorproduziert und vor Ort nur noch zusammengesetzt werden. In einer intensiven einjährigen Planungsphase haben wir dieses Konzept auf das Dachgeschoß verlegt und gemeinsam mit unseren Partnern Next Level entwickelt.